Ein Kraftfahrer wollte in Meißen
Limericks
Lyrik vom Hutschi
© 1997
Ein Kraftfahrer wollte in Meißen
durch Reibung die Scheiben enteisen.
er fuhr schnell und schneller,
vorn wurde es heller,
zum Aussteigen mußte man schweißen.
Es gab eine Jungfrau in Schleiz,
die bot den besonderen Reiz,
daß stets ihre Busen
hell leuchten beim Schmusen.
Sie wurde ein Opfer des Neids.
Veronika Engel aus Meißen
besaß einen Busen aus Eisen.
Sie liebte poetisch:
und etwas magnetisch,
die Straßenbahn kam zum Entgleisen.
Mathilde fuhr mit dem Trabant,
dem Auto des Jahres, durchs Land,
stets war sie in Eile,
bald fand man die Teile
des Wagens und die einer Wand.
Frau Adelaid aus Steinstücken
verspürte ein Stechen am Rücken,
sie nahm einen Spiegel
und fand einen Igel
und sprach: Gott sei Dank, keine Mücken!
Herr Quendolin Diestel aus Zossen
hat gestern ein Wildschwein erschossen -
und dieses verspeist,
jetzt treibt dessen Geist
mit ihm jede Nacht seine Possen.
Genevre, es war grad Silvester,
erklärte: O Artus, mein Bester,
du solltest jetzt gehen,
ich muß dir gestehen,
Sir Lancelot kommt, nicht die Schwester.
Fritz Meier würzt stets mit Wacholder
und Knoblauch die Soße, dann rollt er
zwei ganze Tomaten
mit in die Rouladen,
wenn das seine Frau macht, dann grollt er.
Zwei Schüler versuchten in Plauen
zu Mittag am Essen zu kauen.
Zwar nicht für den Bauch war
es doch schließlich brauchbar:
für Maurer als Rohstoff beim Bauen.
Zwei Schülern versuchten in Krippen
an einem Geländer zu wippen:
Sie fielen herunter,
doch gab es ein Wunder:
der eine besitzt noch zwei Rippen.
Die Schlange besuchte in Eden
wen immer sie traf, einem jeden
bot sie für die Pause
einen Apfel und Brause,
man kaute, anstelle zu beten.
Zu mir sprach die Inge: "Sei nett.
und komme ein wenig ins Bett."
Da hatte sich Inge
grad eben mit Klinge
rasiert, und ich fand ihr Skelett.
Ein ManDaDafahrer aus Essen
fuhr mit seinem Fahrzeug durch Hessen.
Er fuhr da da weiter
doch hatte er leider
zu Hause das Lenkrad vergessen.
Mareen fuhr nach Ottawa angeln,
(dort soll es an Fischen nicht mangeln.)
Mir knurrte der Magen,
ich ging an den Haken -
und konnte nach Hause nun hangeln.
Frau Martens aus Wernigerode
bevorzugt die neueste Mode
sie kleidet mit nichts
als Strahlen des Lichts
den Körper und friert sich zu Tode.
Ein Künstler bemalte mit Kreide
von Eva die vordere Seite,
er malte recht lange
an Apfel und Schlange,
beim Feigenblatt suchte sie's Weite.
'ne ältere Frau an der Themse,
die zog im Abteil an der Bremse,
das riß sie nach vorn,
seitdem trägt sie Horn,
man zeigt sie im Tierpark als Gemse.
Es war mal ein Jüngling im Harz,
ein entfernter Verwandter von Schwarz;
der entschärfte Granaten
mit Hacke und Spaten,
es war mal ein Jüngling im Harz.
Die Jungfrau Felicitas Funke
aß Hering mit Ananastunke,
dazu Marmelade
aus Senf und Tomate,
sie duftete lieblich, wie Skunke.
Einst wollte ein Schüler in Gehren
die eigenen Lehrer belehren,
die Sache war klar,
man gab ihm das Jahr
noch einmal und ließ ihn gewähren.
Versehentlich fiel mal in Bahrein
einem Koch in die Suppe ein Hahr rein,
er suchte das Haar
in der Suppe ein Jahr,
die dürfte jetzt nicht mehr ganz klar sein.
Der Bahnhofsvorsteher von Rathen
erblickte zwei Autos beim Baden.
Er sah, wie die beiden
sich still und bescheiden
im Wasser die Räder vertraten.
Es nahm mal ein Jüngling in Theuern
Benzin, um den Ofen zu feuern,
der Ofen war alt,
man fand ihn im Wald;
die Flugbahn war schwierig zu steuern.
Ein Lehrer erklärte in Weißig
dem Schüler: "Du bist viel zu fleißig:
Als Quittung dafür
erhältst du von mir
als beste Zensur eine Dreißig."
Einst sagte ein Fräulein in Aue
auf einer Versammlung: Ich traue
mir zu, einem Bären
das Sprechen zu lehren.
Der fraß sie und sagte: Ich kaue.
In Thüringen lebte in Gera
ein Fräulein mit Vornamen Vera,
sie färbte die Augen
mit Säuren und Laugen -
und hatte sehr viele Verehra.
Es war eine Jungfrau in Lichte,
die schrieb jeden Tag nur Gedichte.
Sie schrieb und sie schrieb,
bis ihr Mann sie vertrieb -
und sie keinen andern mehr krichte.
Einst wollte, um sie zu erkunden,
ein Flugzeug die Erde umrunden,
es ging in die Falle,
der Treibstoff war alle,
der Ärger verflog in Sekunden.
Post an Bernd: Hutschi@aol.com
(oder
Bernd.Hutschenreuther@sz-online.de)
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