Vor dem Doppelfenster steht die Fichte,
hinter diesem frierend meine Nichte.
Sie wirft Blicke durch die Fensterscheibe,
frierend zittert sie am ganzen Leibe.Da die Scheibe auch vor Kälte zittert,
gibt das Klänge, gleich, als ob's gewittert.
Jeder Mensch hört die Gewitterklänge,
denkend denkt er dabei eine Menge.Meine Nichte sendet auch Gedanken
in die Umwelt, doch sie setzt sich Schranken.
All die Mühe wird am Schluß zur Pleite,
denn die Scheibe springt und fällt zur Seite.Vor dem Doppelfenster steht die Fichte,
hinter diesem, frierend meine Nichte.
Der dichte Nebel nebelt alles ein,
mein Motor läuft, ich drücke auf das Gas,
ich huste immerfort ohn' Unterlaß,
ich werde ich – ich werde reines Sein.Der Regen fällt, das Öl rinnt in die Flüsse,
ein Junge lacht, die Ellermutter kaut,
mir geht es gut, mir fehlt nur etwas Haut,
es gibt noch viele solcher Regengüsse.Ich rieche Müllwind, sonderbar ist mir,
ich bin euphorisch, und ich fliege los,
die Flügel sind vielleicht ein wenig groß,
ich bin ein Engel und verweile hier.Ich fliege vorwärts und ich blicke weit
und gleite langsam durch die zähe Zeit.
Lange Tage, lange Nächte,
lange lange lange Nächte.
Tote Zeit, sie fällt in Stücke,
meines Messers blaue Klingetönt im Takte der Sekunden.
Tönt im Takte der Sekunden.
Meines Messers blaue Klinge
rinnt wie Blut mir durch das Herz.Lange lange lange Nächte
lange Nächte ohne Sterne.
In mein Herz dringt dieses Messer
und ich sehe viele Sterne,liege schweigend auf dem Feldweg,
wo ein Traktor langsam rostet.
Früh am Morgen treibt die Wolke
mir den Himmel auseinanderund ich schreite durch die Lücke
langsam, Quintillionen Jahre.
Die Buchstaben sind
durcheinandergefallen
und ich sortiere eifrig.Aber ich sehe die neue Ordnung
nicht
und sortiere falsch.Aber die neuen
Worte
aus den durcheinandergepurzelten Buchstaben
irritieren mich.Ich sitze (liege?) (stehe?)
und sortiere die Buchstaben.Die Buchstaben sind
durcheinandergefallen
und ich sortiere eifrig.Aber ich finde die neue Ordnung
nicht
und sortiere falsch.
Alle schreiben, leise rauschend fährt die Feder über Weißes
und aus allen Tassen trinken Menschen Kaltes oder Heißes.
Mir entschwinden alle Worte, mir verfliegen die Gedanken,
gleichfalls alle meine Werte, überall auf allen Banken.Alle schreiben, leise kratzen alle Federn auf den Blättern
und aus allen alten Zeiten quellen Worte, fallen Lettern.
Aus den Worten dringen Strahlen reinen Lichtes in das Auge,
und sie bilden in dem Dunkel eine sonderbare Lauge.Alle schreiben, alle schwatzen, alle alle lachen leise,
wenn sie lachen, fühlen alle sich besonders groß und weise.
Alle schreiben, leise rauschend fährt die Feder über Weißes,
und aus allen Tassen trinken Menschen Kaltes oder Heißes.
Wohin bist du gegangen, als die Straßenbahn platzte?
War das Butterboot denn voll?
Oder hat sich der Himmel bewölkt
mit Marmelade?
Fielen Kirschen aus Blei?Ich fuhr doch nur Kinderwagen in
einer Blechdose
und kochte doch nur Sauerkraut
in einem Reifen vom Trabant.Meine Nase hing auf die Erde und
die Furchen waren tief.
Meine Nase kitzelte die Erde beim Pflügen, die
mußte niesen.Die Hochhäuser in San Franzisko fielen zusammen, und ich nieste nochmals.
Wo nur ist das verfluchte Taschentuch?
Wo nur?
Langsam ziehe ich es aus meinem verborgenen Vulkan.
Ich wedele mit dem Schwanz,
denn der Morgen beginnt.
Laut Laut Laut.
Ich belle.Der Futternapf ist leer
und die Uhr tickt.
Ich saufe das Wasser
und bin also jetzt Hund.Ich saufe und belle und bin also
jetzt Hund.
Ich saufe das Wasser und belle.Die Tür bleibt geschlossen
und ich sspringe durch die
Fensterscheibe ins
leere HausUnd bin also jetzt Hund.
Ball Mond, du fahle Kreatur,
du schaust zu selten auf die Uhr,
die Zeit in deiner Westentasche
verwandelt dich in graue Asche.Der Zeiger kreist so blind wie ich,
ich kreise in der reinen Stadt,
dem Reigen Neustadt, lächerlich,
wenn ich den gelben Mond begatt.O Kryptomond, du dunkles Weib,
hast leider einen Männerleib.
O Wackelmond, du grauer Stier,
hast alle Stürme hinter dir.Bananenmond, ich komme bald,
ich pflanz dir einen Perlenwald.
Quark o Speise, Quark o Brot.
Quark o saure saure Milch.
(Bedecke deine Schnitte Brot
mit Quark
und fühle, den Spöttern gleich,
wie Morgenröte dich,
wie morgen Goethe sich,
und beiß, o, in den sauren Quark
für eine Mark
O Goethe, du,
du Göttergoethe,
o ewigblaue Morgenröte.
Du Speise ohne Speisereis,
du Nachtisch ohne Himbeereis,
o fühle dich wie Butter weich,
o fühle dich wie arm als reich.
Du Quark,
du schmacklos Käseform.
Heute morgen sah im Spiegel
ich zwei dunkle dunkle Augen,
sah sie an und putzte Zähne
(dieses wegen der Hygiene.)
Heute morgen sah im Spiegel
ich zwei dunkle dunkle Augen,
sah sie an und putzte Zähne
(dieses wegen der Hygiene.)Heute morgen sah im Spiegel
ich zwei dunkle dunkle Augen,
sah sie an und wusch die Haare,
und die Glatze zeigt die Jahre.Heute morgen sah im Spiegel
ich zwei dunkle dunkle Augen,
und es war noch früh am Morgen.
Und es war noch früh am Morgen,und ich sah in jenem Spiegel
nur zwei dunkle dunkle Augen.
Stöße reinen weißen Leinens
sammeln sich auf allen Halden
und in allen Meeren kalte
Ströme allgemeinen Weinens.Alle Meere schwappen über,
wilde Wellen überfluten
ölig wallend für Minuten
alle Strände, werden trüber.Zentrum des Zusammenkrachens
ist der Punkt, an dem ich stehe,
- irre zuckt die große Zehe -
Lärm des allgemeinen Lachens.
Ich liege auf der Straße, der Verkehr rollt.
Ich atme tief.
Otto - Otto - Otto - Motor.
Otto - Otto - Otto - Motor.Ich liege auf der Straße, der Verkehr rollt.
Die Lawine bricht mit meiner Vergangenheit.
Das Eis taut.
Ich liege unter der Lawine.Das Eis taut.
Da fliegt aber noch ein Engel her,
da zittert er aber,
da läßt er aber die Flügel fallen,ich liege auf der Straße.
Ich bin der Mittelpunkt der rotierenden Scheibe.
An langen Fäden ziehe ich die Fliehenden zurück.
Sie begegnen sich nicht.
Ich bin der Mittelpunkt der rotierenden Scheibe.Sie reißt.
Ich werde nun aber herumgeschleudert -
und verfitze die langen Fäden.Sie reißt.
Ich werde nun aber herumgeschleudert -
und verfitze die langen Fäden,
die langen gerissenen Fäden.